Albstadt Bike Marathon, XCM, 07. Juli 2018

Bei herrlichem Wetter wartete am Samstag eine 83 Kilometer lange Strecke mit über 2000 Höhenmetern auf uns. Eine ganze Menge Zuschauer standen nicht nur an Start und Ziel, sondern auf der ganzen Strecke verteilt. So viele Zuschauer ist man von Marathons nicht gewohnt und das ist natürlich eine zusätzliche Motivation.

Lange schien es als hätte ich keinen guten Tag erwischt. Kim Anika Ames, war mit 3 Minuten in Führung und schon fast sicher das Rennen gewinnen.

Die ersten 20 Kilometer wollte mein Puls nicht unter 180 sinken. Ich hatte keine andere Wahl als Kim ziehen zu lassen. Meine Beine waren komplett übersäuert und ich bekam kaum Druck aufs Pedal – in solchen Situationen wird es dann für den Kopf sehr schwer. Ich erinnerte mich zurück an das Rennen vor zwei Jahren, gleiche Strecke, gleiche Situation und damals konnte ich mich wieder erholen. Bei   Kilometer 50 kam die Power wieder, da ich durch die Zuschauer stets über meinen Rückstand informiert war wusste ich, dass ich meinen Rückstand auf Kim kontinuierlich reduzieren konnte. Etwa 15 Kilometer vor dem Ziel konnte ich auf die Erstplatzierte aufschließen. Bis zum letzten Anstieg blieb Kim an meinem Hinterrad. Dort, im letzten Anstieg vor der Abfahrt ins Ziel suchte ich dann die Entscheidung. Ich konnte mich absetzen und mit knapp 40 Sekunden Vorsprung nach 3h 26min das Rennen für mich entscheiden.

BerGiBike Marathon, Fribourg-Bulle, XCM 24. Juni 2018

Nach 79 Kilometern und 2500 Höhenmetern durfte ich mich beim BerGiBike Marathon von Fribourg nach Bulle aufs Podest stellen.

Ex- Weltmeisterin Esther Süss musste ich bereits bei Kilometer zwölf ziehen lassen. Ich muss gestehen, sie war mir in den Abfahrten einfach zu schnell.
Doch dann hielt ich mich lange, genauer bis kurz vor dem höchsten Punkt etwa bei Kilometer 30 an zweiter Position. Dann zog jedoch Ilona Chavaillaz an mir vorbei.
Für die verbleibenden gut 45 Kilometer konnte ich meinen dritten Platz verteidigen und erreichte das Ziel mit 12:14 Minuten Rückstand auf Esther Süss.
Ich denke ich konnte hier meine gute Leistung von der Deutschen Meisterschaft vergangene Woche nochmal unterstreichen. In den Abfahrten habe ich noch ein Defizit, sonst ist meine Form jedoch so gut wie nie.

Deutsche Meisterschaft XCM, Ultra Bike Kirchzarten, 17. Juni 2018

Gute Beine, hohe Motivation und Spaß, alle wichtigen Faktoren um ein gutes Rennen fahren zu können. In den vergangenen Wochen galt meine volle Konzentration der Vorbereitung auf die Deutsche Meisterschaft, welche in diesem Jahr beim Ultra Bike Marathon in Kirchzarten ausgetragen wurde.

Am Sonntag um 7.50 Uhr erfolgte der Startschuss. Vom Start weg konnte ich mich in der Spitzengruppe etablieren und auf den ersten 500 Höhenmetern das Tempo der ersten Gruppe mitgehen. Leider konnte ich während der letzten 300 Höhenmeter dieses langen Anstieges nicht mehr folgen und musste die ersten ziehen lassen. Ich versuchte meinen eigenen Rhythmus zu finden und das Tempo hochzuhalten um meinen 6. Rang zu verteidigen. In den folgenden flacheren Passagen war ich alleine unterwegs und musste viel Kraft und Energie investieren was einen kleinen Einbruch zur Folge hatte und ich mit Krämpfen in den Beinen zu kämpfen hatte. Schließlich wurde ich nach ca. 65 Kilometern am zweitletzten Anstieg von Cemile Trommer und Janine Schneider eingeholt und auch überholt. In der Abfahrt konnte ich zu Janine nochmals aufschließen und so ging ich mit ihr zusammen in den letzten Anstieg. Ich zog das Tempo an da ich in diesem Anstieg attackieren wollte. Die letzten Höhenmeter taten richtig weh und die Wattzahlen auf meinem Polar wurden immer höher je näher wir dem Ende des letzten Anstiegs kamen. Ohne zurückblicken, ob Janine mir folgen konnte zog ich das Tempo weiter an und gab alles über die letzten Wellen bis zur Abfahrt ins Ziel.

Nach 3h 23 Minuten konnte ich 7 Minuten hinter der neuen Deutschen Meisterin Sabine Spitz auf Platz 7 die Ziellinie im Stadion in Kirchzarten überqueren. Bei diesem großen und starken Fahrerfeld der 47 lizenzierten Damen bin ich mit meiner Platzierung mehr als zufrieden.

UCI Hegau Bike Marathon, Singen; 13. Mai 2018

Dieses Wochenende stand der Hegau Bike Marathon in Singen an. Zwei Runden auf hauptsächlich Schotter und Wiesenwegen mit 80 Kilometern und 2050 Höhenmetern. Die Tage zuvor wusste ich schon, dass große Namen am Start stehen werden wie Sabine Spitz, Esther Süss, Silke Ulrich etc.
Mein Ziel war es Spaß haben und mein bestmöglichstes geben. Die erste Runde mit 31 Kilometern, konnte ich vorne in der Führungsgruppe mitfahren und auf vierter Position in die zweite Runde starten, worüber ich selbst überrascht war. Die Spitzengruppe war recht groß, da das Tempo nicht allzu hoch war.
Etwa nach der Hälfte der zweiten Runde, sind Spitz, Süss, Ulrich, Robbisch am Anstieg davongefahren. Ich blieb in der zweiten Gruppe mit Janine und Kim zurück. Janine konnte nach einigen Kilometern noch auf die vordere Gruppe aufschließen. Robbisch platzte von der Spitzengruppe ab und schloss sich Kim und mir an. Bis zum Ziel waren wir gemeinsam unterwegs. Ca. ein Kilometer vor dem Ziel unterlief mir ein Fahrfehler, sodass sich die beiden um einige Meter distanzieren konnten. Kurz vor der Zielgeraden versuchte ich die Lücke nochmal aufzufahren, was mir gelang. Es kam zum Sprint um Platz 5, 6, 7. Letzendlich erkämpfte sich Robbisch den 5. Platz, ich Platz 6 und Kim Platz 7. Mit dem Ergebnis bin ich aufjedenfall zufrieden, Top 5 wäre schön gewesen, aber nur um eine Platzierung verfehlt. Immerhin mit nur 4 min 23 s Rückstand auf die Erstplatzierte Sabine Spitz. Mit dem 6. Platz konnte ich mich für die Marathon WM 2018 qualifizieren und 45 Marathonweltranglistepunkte sammeln.

Rocky Mountain Bike Festival Riva, Ronda Extrema, 29. April 2018

Die Tage zwischen der Europameisterschaft und dem Rocky Mountain Bike Marathon in Riva del Garda nutzte ich zur Erholung und machte ein paar Tage Urlaub am Gardasee. Es war wichtig neue Energie zu tanken um den nächsten anspruchsvollen Marathon, die Ronda Extrema mit 90 Kilometern und knapp 4000 Höhenmetern, bestehen zu können.

Die Anstiege in Riva waren für mich ungewohnt steil und das oft über mehrere Kilometer. Nach der ersten Flachpassage und dem ersten Anstieg konnte ich mich auf Platz 2 einreihen. Dem hohen Tempo der Führenden wollte ich zu diesem Zeitpunkt nicht folgen da ich die Strecke nicht kannte und daher auch nicht wusste was noch auf mich zukam.

Kurz vor der ersten Abfahrt ist Katrin Schwing zu mir aufgefahren, ihr Tempo konnte ich in der ersten Abfahrt leider nicht halten. Im zweiten Downhill musste ich einem Fahrer vor mir ausweichen und bin mit meinem Vorderrad gegen einen Stein gefahren was zur Folge hatte, dass ich mit dem Kopf voraus über meinen Lenker flog und unsanft mit dem Gesicht aufschlug. Mein Bike hatte nichts abbekommen und ich fuhr etwas benommen weiter um gleich wieder in einen Sturz verwickelt zu werden. Bei der nächsten Verpflegung dachte ich ans Aufgeben, aber nach der Info das es nicht schlimm aussehen würde und ich nur etwas im Gesicht blutete und mein Oberschenkel lädiert war, entschied ich weiter zu fahren.

Ich dachte, das bike funktioniert und ich habe keine extrem starken Schmerzen – also weiter geht’s. Meine Beine fühlten sich im Gegensatz zu vergangener Woche gut an und in den Anstiegen konnte ich immer wieder zu Katrin auffahren. In den Abfahrten war sie mit ihrem Fully aber im Vorteil und eindeutig stärker. Ich riskierte nichts mehr und verteidigte meinen 3. Platz bis ins Ziel.

Nach 5 Stunden 48 Minuten war ich im Ziel sehr zufrieden, dass ich trotz den Stürzen das Rennen in dieser Zeit und auf dem 3. Platz beenden konnte. Es war mein erster, aber sicherlich nicht letzter Besuch beim Bike Festival in Riva del Garda.

Das Event hat mich positiv überrascht.

 

Europameisterschaft XCM, Tiliment Marathon Italien, 22. April 2018

Die diesjährige MTB Marathon Europameisterschaft wurde beim Tiliment Marathon in Spilimbergo (Italien) ausgetragen. Bei der Anmeldung las ich zwar, dass es eine technisch anspruchsvolle Strecke über 105 Kilometern und 3300 Höhenmetern sein soll, worüber ich mir aber zu diesem Zeitpunkt keine Gedanken machte.
Am Freitag, nach 8 Stunden Autofahrt (gefühlt einer halben Weltreise), kamen wir in Spilimbergo an. Ich schnappte mein Bike um locker auszufahren und um mir Teile der Rennstrecke anzuschauen. Hierbei wurde mir schnell klar, dass das Rennen nicht einfach werden würde, da die Anstiege lang, steinig und sehr steil waren.
Am Sonntag ging es von Beginn an zur Sache und es wurde ein hohes Tempo angeschlagen. Durch das hohe Tempo und die Unruhe im Feld kam es zu einigen Stürzen und auch ich „stieg über den Lenker ab“. Ich musste fast das komplette Feld passieren lassen bevor ich wieder weiterfahren konnte. Der Sturz selbst war nicht so schlimm aber leider passierte mir dieses Missgeschick direkt vor dem ersten langen Singletrail und so war es für mich danach nicht möglich zu überholen und der Abstand zur Spitze wuchs an. Auf der folgenden Flachpassage konnte ich alleine nicht mehr zu der vor mir fahrenden Gruppe aufschließen. Meine Beine drehten sich leider auch nicht wie gewohnt und ich musste mit mir kämpfen um nicht weiter zurück zu fallen.
Also quälte ich mich weiter die Berge hoch und runter. Es waren verdammt steile, steinige, kräftezehrende Anstiege und anspruchsvolle steinige Abfahrten in denen ich mich kaum erholen konnte da ich zu jeder Zeit voll konzentriert bleiben musste. Mit zunehmender Renndauer jedoch konnte ich meine Leistung etwas steigern und noch einige Fahrerinnen überholen. Ich freute mich trotzdem über jeden Kilometer den ich dem Ziel näher kam. Einige Fahrerinnen stiegen aus unterschiedlichen Gründen vorzeitig aus dem Rennen aus, die Temperaturen von über 30 Grad waren für mich und wahrscheinlich für viele anderen noch ungewohnt.
Kurz vor der letzten Verpflegungsstelle sah ich vor mir noch eine andere Deutsche Fahrerin, Katrin Schwing, das motivierte mich nochmal das letzte aus mir herauszuholen. Zusammen fuhren wir dem Ziel entgegen und am letzten Anstieg konnte ich sie distanzieren. Nach 5 Stunden 55 Minuten überquerte ich auf Platz 17 die Ziellinie.
Das war absolut nicht mein bester Tag, aber so wie das Rennen verlief, bin ich mit meinem Ergebnis zufrieden.

Iron Bike Race, Einsiedeln, 24. September 2017

 

Trotz etwas müden Beinen vom Etappenrennen in Israel entschied ich mich kurzfristig beim Iron Bike Race in Einsiedeln zu starten. Da ich mich die Woche über nicht richtig erholen konnte, beschloss ich, dass die Mitteldistanz, mit 77 Kilometern und 2400 Höhenmetern, als Saisonabschluss ausreichend ist.

Als wir am Start standen war es noch recht frisch, da sehnte ich mich nach den warmen Temperaturen die wir in Israel hatten. Aber nach den ersten Kilometern, am ersten Anstieg wurde mir gleich warm. Michelle Wittlin machte gleich Tempo, kurzzeitig war eine Lücke zwischen uns, aber die konnte ich schnell schließen und sie zugleich überholen. Auch am nächsten Anstieg machte ich nochmal Tempo und konnte noch einige Männer ein- und überholen. So konnte ich bereits auf den ersten Kilometern einen Abstand zu den anderen Fahrerinnen rausfahren. In den Abfahrten machte sich meine Müdigkeit bemerkbar, ich hatte Probleme mich zu konzentrieren. Deshalb entschied ich mich vor allem in den Schotterabfahrten kein Risiko einzugehen. Unten in Willerzell angelangt, lagen noch zwei lange Anstiege vor mir bis zum Bergpreis. Den ersten Anstieg ging ich locker an, beim kurzen Blick nach unten konnte ich auch keine Konkurrenz sehen. Der letzte Kilometer des Anstiegs war gespickt mit ein paar kurzen steilen Rampen. Oben angelangt ging es direkt in einen Trail bergab, da der Trail sehr rutschig war stiegen hier einige ab, dadurch wurde ich behindert. Auch in der folgenden Schotterabfahrt waren einige langsamere von den kürzeren Strecken unterwegs die nur schwer zu überholen waren. Dadurch verlor ich in der Abfahrt einiges an Zeit, sodass Michelle vor dem Anstieg zur Bergwertung auf mich aufschließen konnte. Den Bergpreis wollte ich mir nicht entgehen lassen und versuchte gleich am Einstieg davon zu fahren. Ich merkte bald, dass Michelle mein Tempo nicht halten konnte. Bis zum höchsten Punkt der Strecke, der Wisstanne, konnte ich wieder eine Lücke rausfahren und somit auch den Bergpreis für mich entscheiden. Meist auf Asphalt ging es eine sehr schnelle Abfahrt hinunter zur Sihltalhütte, beim Blick nach hinten konnte ich Michelle nicht mehr sehen. Von dort aus führte eine lange flache Passage bis zum letzten längeren Anstieg. Auch diesen konnte ich nochmal zügig hochfahren und war bald oben am Schrähwald angelangt. Von dort aus ging es noch ca. 8 Kilometer recht flach bis zur letzten Abfahrt, die über eine Wiese in Richtung Ziel führte.

Nach 3:51h konnte ich die Ziellinie überqueren und mich über einen weiteren Sieg und den perfekten Saisonabschluss freuen.

An dieser Stelle möchte ich mich bei meinem Team, vor allem bei Lisa Broder Dätwiler  und Joe Broder, den Teamsponsoren und auch bei meinen Sponsoren für die Unterstützung bedanken. Ohne diese großartige und für mich sehr wichtige Unterstützung wäre es nicht möglich den Sport auf diesem Niveau ausüben zu können. Vielen Dank auch an Erik Vollmer, der mich bei meinen Rennen betreut und immer dafür sorgt, dass meine Bikes funktionieren.

Deutsche Marathonmeisterschaft, Gruibingen, 10. September 2017

5. Platz deutsche Meisterschaft

Am Sonntag morgen um 9.25 Uhr stand ich am Start meiner ersten deutschen Meisterschaft in Gruibingen. Es erwartete uns ein sehr welliges Profil mit einigen steilen Anstiegen über 86 Kilometern und 2300 Höhenmetern.
Vom Start weg ging es ohne große Hektik bis zum ersten Anstieg. Dort zog sich dann das Feld auseinander. Die ersten ca. 20 Kilometer blieb ich in der Spitzengruppe, bis ich in einem Anstieg den Anschluss verlor. Von da an bin ich mein eigenes Tempo gefahren. Stetig war ich auf Rang 5 / 6 unterwegs.
Die Strecke war durch den Regen der vergangenen Tage teilweise sehr matschig und rutschig. Ich war begeistert, dass meine Sram XX1 Eagle auch bei solchen widrigen Bedingungen tatenlos funktionierte und hatte wie immer richtig Spaß mit meinem Felt Nine One.
Wie schon bei der WM dieses Jahr waren Miriam Oeschger und ich die meiste Zeit nah beieinander. Die immer wieder kurzen steilen Anstiege waren sehr kräftezehrend, ich versuchte meine Kraft so einzuteilen, dass ich mein Tempo bis zum Schluss konstant halten konnte. Auf den letzten 15 Kilometer zog ich noch etwas an und konnte letztendlich eine Lücke zu Miriam reißen.
Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden und freue mich, dass ich als 5. das Rennen beenden konnte.
Bedanken möchte ich mich bei meinem Team, Betreuern und Sponsoren ohne die das alles nicht möglich wäre.

 

Eiger Bike Challenge, Grindelwald, 13. August 2017

Am Sonntag  startete ich beim MTB Klassiker „Eiger Bike Challenge“ in Grindelwald. Ich hatte großen Respekt vor dieser harten Strecke mit 88 Kilometern und knapp 4000 Höhenmetern.

Um 7 Uhr fiel der Startschuss und es ging ohne große Hektik direkt in den ersten langen Asphaltanstieg hoch zur großen Scheidegg. Die ersten Kilometer war ich auf dem dritten Platz unterwegs, doch ich merkte, dass mein Tempo für den Anfang zu hoch ist und nahm etwas raus. Bis zur großen Scheidegg bin ich dadurch auf Platz 5 zurückgefallen. Für mich war es in dem Moment die beste Entscheidung, da ich zuvor weder im Training noch im Rennen 4000 Höhenmeter bezwungen habe und ich nicht einordnen konnte wie ich damit zurecht komme.

Von der großen Scheidegg führte ein schöner Schotterweg bis hin zum kurzen aber steilen Anstieg zur First hoch, wo Lisa und Joe mich bestens verpflegten. Weiter ging es direkt in einen Trail bergab gefolgt von einem auf und ab über Schotter, Wald und Wiesenwege in Richtung Bussalp. Der Schotteranstieg Richtung Bussalp war sehr steil und hier kam ich gefühlt nicht richtig in Tritt. Eine weitere Dame überholte mich am Anstieg, ich lies mich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und fuhr mein eigenes Tempo weiter. Wir hatten schließlich noch einige Höhenmeter vor uns.

Der nächste Anstieg hoch nach Bort war bald geschafft, oben angelangt wartete Joe auf mich und gab mir eine neue Flasche. Auch die Anstiege danach hatten es in sich, kurz und knackig, sodass die meisten um mich herum abstiegen. Nach einigen Kilometern auf und ab, gespickt mit ein paar schönen flowigen Trails und Wiesenpfaden ging es dann hinunter nach Grindelwald. Jetzt lag der letzte lange Anstieg mit über 1000 Höhenmetern auf eine Distanz von 10Kilometern vor mir, auf den ich mich auch irgendwie freute. Nach dem Erik mich unten am Einstieg verpflegte konnte ich gestärkt den Anstieg in Angriff nehmen. Ich spürte gleich, dass meine Beine jetzt gut waren und konnte stetig die Männer vor mir aufholen. Darunter auch eine Dame, von der ich mich gleich absetzen konnte. Ich hielt mein Tempo bis zur kleinen Scheidegg konstant, kurz vor der Abfahrt konnte ich eine weitere Dame überholen. Auf dem vierten Rang ging es in die letzte Abfahrt. Die Abfahrt über 10 Kilometern mit nur zwei kurzen Gegenanstiegen war gut fahrbar und machte mir Spaß. Mit dem letzten Anstieg von der Bergbahn hoch ins Ziel im Grindelwald hatte ich nicht gerechnet, doch auch der war für mich dann kein Problem mehr. Überglücklich konnte ich schließlich das Rennen auf dem vierten Rang, mit einer Zeit von 5:56h beenden. Das Rennen war für mich gefühlt deutlich kürzer, was wahrscheinlich auch an der durchweg tollen Landschaft lag, die mich wirklich begeisterte.

Es war mal wieder rundum ein perfektes Rennwochenende mit meinem Team und der fast kompletten Transalp-Truppe. Vielen Dank an Joe und Lisa Broder und Erik Vollmer für Eure Mühe und Unterstützung.

Auch ein großes Danke an Georg Dietrich Areal und Benjamin Lusch für die Unterstützung.

 

UCI Mountainbike Marathon WM 2017, Singen, 25. Juni 2017

Nachdem ich mich von Rennen der UCI Marathon Serie in Tschechien gut erholt hatte, bereitete ich mich auf die anstehende WM vor. Erst wenige Tage zuvor wurde mir bewusst, dass ich am Wochenende bei meiner ersten Weltmeisterschaft starten werde. Nur bei dem Gedanke daran wurde ich unruhig. Trotzdem versuchte ich mich auf die Vorbereitungen zu konzentrieren, was neben dem normalen Arbeitsalltag nicht immer einfach ist. Am Samstag war es dann soweit, ich konnte mich mit einem guten Gefühl auf den Weg nach Singen machen.
Am Sonntagmorgen stieg die Anspannung in mir, was ich bis Dato so von mir nicht gekannt habe, aber eine Weltmeisterschaft ist ja schließlich auch was anderes.
Nach einem für mich gefühlt langem morgen war es um 9.45 Uhr endlich soweit. Es lagen 80 Kilometer (kleine Runde 31 km, große runde 49 Km) mit 2050 Höhenmetern vor mir. Beim Blick nach links und rechts in meiner Startreihe war es schon ein Wahnsinnsgefühl neben Weltklassefahrerinnen zu stehen die mehrfach Weltmeistertitel und auch Olympiasiege eingefahren haben.
Um 10.00 Uhr fiel dann der Startschuss und es ging zuerst mit hohem Tempo die Straße entlang bis zum ersten Anstieg. Bereits dort zog sich das Feld etwas auseinander. Am Ende des Anstiegs fuhr ich links in einer Gruppe in eine Rechtskurve, als sich mehrere Fahrerinnen neben mir touchierten und ich in einen Sturz verwickelt wurde. Ich fand mich am Boden wieder und zu allem Unglück hatte sich mein Bike mit einem anderen verhakt, sodass ich einiges an Zeit verlor bis ich wieder auf meinem Bike saß. In der Zwischenzeit hatte ich dadurch einige Positionen verloren und mir einen Abstand zu der Gruppe eingehandelt.
Ich entschloss mich sofort, die verlorene Zeit wieder gutzumachen um wieder zur Gruppe aufzuschließen. Das gelang mir auch aber durch das wellige Profil der Strecke war es nicht einfach und kostete mich viel Kraft. Nachdem ich den Anschluss wieder hergestellt hatte versuchte ich in der Gruppe zu bleiben um mich etwas zu erholen.
Zu Beginn der zweiten Runde bekam ich Krämpfe und ich musste etwas an Tempo rausnehmen und in meinen eigenen Rhythmus den folgenden etwas längeren Anstieg hochfahren. Zwischen mir und der Gruppe lagen schon bald einige Meter, aber ich wusste, dass es die richtige Entscheidung war. Meine Beine erholten sich etwas und die Krämpfe ließen nach. Schon nach wenigen Kilometern konnte ich wieder zu der Gruppe vor mir auffahren. Nach und nach wurde die Gruppe immer kleiner, einige fuhren davon, andere wurden langsamer. Miriam Oeschger war stets in meiner Nähe, mal vor mir mal hinter mir. Wir beschlossen bald uns zusammen zu schließen und motivierten uns gegenseitig. Es hat mir Spaß gemacht, mich mit ihr gemeinsam ins Ziel zu kämpfen. Mit einer Zeit von rund 3h 18min konnten wir gemeinsam die Ziellinie überqueren, für mich war die Zeit sehr überraschend – nur 12 Minuten hinter der neuen Weltmeisterin Annika Langvad und im Vergleich zum Vorjahr eine deutliche Steigerung.
Für mich persönlich ein super Resultat, meine erste WM auf Platz 27 und als fünfte Deutsche beenden zu können.